Herkömmliche Druckereien wie es sie noch vor 20 Jahren in jedem Dorf gab sind mittlerweile eine Seltenheit. Ende der 90er Jahre fing das „Druckereinsterben“ durch die Globalisierung an. Druckprodukte in China, Polen & Co. waren zum Teil um 50% günstiger als es Druckereien in Deutschland hätten anbieten können. Bei dem Preisunterschied nahm man längere Lieferzeiten, Sprachbarrieren und schlechtere Qualität gerade bei Großauflagen gerne in Kauf.

Anfang der Jahrtausendwende begannen die ersten Druckereien ihre Gehversuche mit der Optimierung von Druckprodukten. Computer to Plate (CTP) und Job Definition Format (JDF) wurden eingeführt und der Digitaldruck kam qualitativ immer näher an den Offsetdruck heran. Dadurch konnten die Produkte günstiger angeboten werden. Unternehmen die früh auf die neuen Techniken umstiegen hatten somit den entscheidenden Vorteil.

Parallel dazu fingen die ersten Druckereien an, Aufträge zu sammeln und auf einer Druckform nebeneinander zu produzieren. Anfangs nur für bestimmte Produkte wie Flyer und Visitenkarten mit festgelegten Materialien, später wurde das Angebot immer weiter ausgebaut.

So arbeiten die sehr erfolgreichen Online-Druckereien heute noch. Druckdaten müssen so optimiert hochgeladen werden, dass diese nur durch Algorithmen geprüft automatisch auf einer Druckform mit anderen Aufträgen platziert werden. Kleinauflagen werden im Digitaldruck produziert, größere Auflagen im Zusammendruck an einer Offsetmaschine. Die Qualitätssicherung macht nur noch Stichproben. Auf die Weise können Kosten so weit gesengt werden, dass 100 individuelle Visitenkarten auf 350g Material zum Teil für unter 10,- € produziert und versendet werden können.

Vor- und Nachteile der Online-Druckerei

Vorteile:
Der Preis, nochmal der Preis und nochmals der Preis. Durch Eillieferung (hohe Zusatzkosten) ist in der Regel auch eine Lieferung zwischen 24- 48 Stunden möglich.

Nachteil:
Oft keine gleichbleibende Qualität (Farbschwankungen beim Nachdruck oder anderen Produkten im Corporate Design). Riesige Probleme bei Reklamationen. Fehlerquote bei Jobs außerhalb der Standards sehr hoch und eine Bearbeitung der Reklamation dauert sehr lange. Bei Terminaufträgen hat man in der Regel keine Chance auf eine zufriedenstellende Lösung.

Vor- und Nachteile der „normalen“ Druckerei

Vorteil:
Ein Ansprechpartner der kompetent helfen kann. Fehlerquote gering. Hohes Maß an Einhaltung der Qualität. Schnelle Reaktion bei Fehlern.

Nachteil:
Zum Teil Kosten die 10 mal so hoch sind wie ein vergleichbares Produkt in der Online-Druckerei. Dies ergibt sich zwangsläufig, da z.B. Fixkosten wie Offsetplatten, Maschinenstunden etc. nicht mehr auf x Kunden umgelegt werden.

Fazit:

Seit über 30 Jahren arbeite ich im Druckgeschäft und seit fast einem Jahrzehnt Selbstständig. Als Kunden bediene ich Kleinstunternehmen wie auch mittelständige bis Großunternehmen. Bei allen Kunden hat der Faktor Qualität nur noch einen geringen Stellenwert. Kosten und Schnelligkeit sind entscheidend. Knifflig wird es, wenn es um Reklamationen bei Terminprodukten geht. Umfangreiche Aufklärung des Auftraggebers vor Auftragserteilung ist wichtig.

Hier zwei Beispiele von Termindrucksachen die bei „Wir machen Druck“ reklamiert wurden:

Beispiel 1:
Briefumschläge A4 für ein Schweizer Unternehmen (ein kurzfristiges Werbemailing sollte im April an alle Patienten versendet werden).
WMD druckte und versandt die Ware pünktlich, leider produzierte die Druckerei das Motiv 90° gedreht. Der Qualitätssicherung viel der Fehler nicht auf. Die Bearbeitung der Reklamation dauerte 14 Tage (erst als ich in allen Bewertungsportalen und auch in Facebook massiv auf das Versagen hinwies, passierte etwas). Die Auflage wurde korrekt nachgedruckt aber leider kam diese Lieferung erst 3 Wochen nach der ersten Lieferung an. Damit war die termingerechte Mailingaktion nicht mehr realisierbar.

Beispiel 2:
Eintrittskarten mit Nummerierung für eine Band in Hessen
WMD druckte die Ware wieder um 90° gedreht, die Nummerierung hingegen an die vorgesehene Stelle. Termin wurde hier auch nicht eingehalten. Die falschen Eintrittskarten kamen 1 Tag zu spät an. Nach vielen Kontaktversuchen erreichte ich einen Mitarbeiter von WMD. Dieser teilte mir mit, ich solle einen Nachauftrag bestellen und in der Reklamation darauf hinweisen. Dies habe ich exakt so mit einer 24 Stunden Lieferung durchgeführt.

Hier die Antwort von WMD:
“… vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Sollte es bei einem Telefongespräch zu einem Missverständnis gekommen sein, bitten wir hierfür um Entschuldigung.
Dieses Gespräch können wir leider nicht mehr nachvollziehen, weshalb Sie auf unserer Homepage den Hinweis finden, dass solche Absprachen erst nach schriftlicher Bestätigung Gültigkeit gewinnen.
Des Weiteren möchten wir Sie daraufhin weisen, dass wir das Recht auf Nachbesserung haben.
Wie wir in unserem Reklamationsformular mitteilen, kann bei einem eigenständig ausgelösten Nachdruck die Kostenübernahme nicht garantiert werden…“

Zusatzbemerkung:
Der 24-Stunden Nachdruck ohne Nummerierung kam 4 Tage später an…

Fairerweise muss man zugeben, dass beide Reklamationsbeispiele keine Standardjobs (Flyer, Visitenkarten etc.) sind und die späte Anlieferung des 24-Stunden Nachdrucks ein Fehler von UPS war. Es ist auch klar, dass eine Online-Druckerei die so günstig produziert, kaum Personal hat um eine gute Qualitätssicherung zu gewährleisten.

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